12.06. | 2015

DZ Bank: Der DAX steigt weiter – aber nur bis nächstes Jahr

Trotz höherer Volatilität sollten Anleger dem deutschen und dem europäischen Aktienmarkt noch nicht den Rücken kehren, sagen die Anlagestrategen der DZ Bank. Im kommenden Jahr dürfte es allerdings eine Korrektur geben.

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), riet Investoren in der vergangenen Woche, sich an Phasen mit erhöhter Volatilität zu gewöhnen. Damit bezog er sich auf den Rentenmarkt. Auch an den Aktienmärkten nehmen die Schwankungen allerdings zu, stellen die Anlagestrategen der genossenschaftlichen DZ Bank fest. Aktuell notiert der DAX gut zehn Prozent unter seinem am 10. April erreichten Allzeithoch. Die Frage sei, ob nun der Wendepunkt erreicht ist und wo eigentlich der faire Wert des DAX liege, also das Niveau, auf das er fallen müsste, wollte man den Indexstand fundamental rechtfertigen.

Die Experten der DZ Bank meinen nicht, dass Anleger dem DAX schon jetzt den Rücken kehren sollten. Die Argumente für steigende Kurse seien weiterhin intakt: Unterstützung durch die EZB sowie eine gute konjunkturelle Dynamik und dadurch steigende Gewinne. Die Höchststände könnten im Jahresverlauf nochmals anvisiert werden, weshalb DAX & Co. taktisch interessant seien. Im kommenden Jahr dürfte die Unterstützung durch die Notenbanken aber auslaufen und die EZB-Prämie sukzessive ausgepreist werden. Per Juni 2016 rechnet die DZ Bank deshalb mit einem Indexstand auf Höhe des fairen Wertes bei 11.000 DAX-Punkten. (Euro Stoxx 50: 3.500 Punkte). Per Ende dieses Jahres geht die Bank von einem Stand von 12.500 Punkten beim DAX und 4.000 Punkten beim Euro Stoxx aus.

Prozyklisches Investieren ist gefährlich Anlegern sollte die jüngste Korrektur vor Augen führen, wie riskant der prozyklische Kauf von Aktien zu Höchstkursen und -bewertungen ist, mahnen die Anlagestrategen. Eine erfolgsversprechende Strategie bleibe vielmehr, dann auf Aktien zu setzen, wenn die meisten Anleger aus dem Markt flüchten. Für taktische Käufe würden die Aktienmärkte Europas nun zunehmend interessant, insbesondere, wenn DAX & Co. noch weiter in Richtung 200-Tage-Linie, die aktuell bei etwa 10.450 Punkten verläuft, zurückfallen sollten. In Summe seien die globalen Aktienmärkte jedoch im Vergleich zur eigenen Historie übertrieben hoch bewertet, so dass sich beim DAX nach einem Anstieg der Kurse der Bereich um 12.500 Punkten wieder für Verkäufe anbiete. (fp)

Quelle: FONDSprofessionell